Wirkungsnachweis aus der Literatur
NEU
Einsparungen der Stadt und des Bunds von Folgekosten im Zusammenhang mit NEETs
Prävention
Jugendliche und junge Erwachsene, welche sich weder in einer beruflichen Ausbildung noch in einem Arbeitsverhältnis oder einer Schule befinden, nennen sich „NEETs“ (Not in Education, Employment or Training). Diese Gruppe der Bevölkerung kostet der Stadt Geld. Zum einen gehen diverse Einnahmen über Steuern und Abgaben verloren, zum anderen wird Geld in Form von Transferzahlungen und weiteren Sozialleistungen für die NEETs aufgewendet. Dank der LernLEOs erreichen die Teilnehmenden den Schulabschluss und fallen nicht in die NEET-Definition. Die Stadt profitiert folglich von Einsparungen von Folgekosten im Zusammenhang mit NEETs. [...] Darüber hinaus kommt es zu Einsparungen von Folgekosten im Zusammenhang mit NEETs [für den Bund und die Sozialversicherung], in Form von zusätzlichen Steuereinnahmen bei den LernLEO-Kindern [...] [und] Beiträgen der LernLEO-Kinder, bei denen Dank LernLEO verhindert werden konnte, dass sie in die NEET-Kategorie [...] fallen.
Beschreibung der Aktivität
Das Lernhilfe-Programm LernLEO ist eine Initiative des Arbeiter-Samariterbundes Wien.
LernLEO zielt darauf ab, herkunftsbedingte Bildungsungleichheiten zu bekämpfen und die Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien zu fördern. An drei Standorten werden Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 8. Schulstufe kostenlos von Haupt- und Ehrenamtlichen beim Lernen und ihren Hausaufgaben unterstützt. Hierbei liegt der Fokus auf individueller Förderung in Kleinstgruppen, um den Bedürfnissen jedes Kindes gerecht zu werden. Neben der Lernhilfe werden auch andere Aktivitäten wie gemeinsames Lesen, Workshops und ein Freizeitprogramm angeboten, um den ganzheitlichen Entwicklungsprozess der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen
Österreich
Das Programm besteht seit April 2013. Jedes Kind kommt zwei Mal wöchentlich für zwei Stunden ins LernLEO, viele von ihnen werden über mehrere Jahre hinweg in einem der LernLEOs betreut.
Gearbeitet wird in Kleinstgruppen mit max. 2-3 Kindern
6 bis 14 Jahre
Gemeinschaft/ Gemeinden/ Kommunen Staat VernetzungspartnerInnen (weitere Organisationen der Jugendarbeit, öffentliche Institutionen)
Evaluierung der Aktivität
Qualitative Interviewbefragungen (persönlich), Qualitative Interviewbefragung (telefonisch), Fokusgruppen, Sekundäranalyse von Daten, Dokumenten, audiovisuellen Materialien etc., Sonstige (nicht kategorisierbar)
Das LernLEO-Programm wurde mittels einer Social Return on Investment (SROI) – Analyse hinsichtlich seiner gesellschaftlichen und ökonomischen Wirkungen evaluiert, um den gesamtgesellschaftlichen Mehrwert des Programms aufzuzeigen. Die Analyse basierte auf 24 qualitativen Interviews mit den wichtigsten Stakeholdern sowie Fokusgruppen mit Schüler*innen. Zusätzlich wurden quantitative Daten aus Dokumentationsbögen, Zeugnissen und Einschätzungen sozialer Kompetenzen, die vom Programm selbst erhoben wurden, sowie ergänzende Sekundärdaten verwendet. Als Alternativszenario zur Quantifizierung und Bewertung wurde angenommen, dass die LernLEO-Standorte (ceteris paribus) nicht existieren. Dadurch konnten die potenziellen Auswirkungen auf verschiedene Wirkungsbetroffenengruppen wie Schüler*innen, Eltern oder Geschwisterkinder besser abgeschätzt werden.
(Zu jeweils einem Drittel der Stadt Wien, dem Bund, der Sozialversicherung zugerechnet) Jährliche Kosten der NEETs (Einnahmenentfall) auf 5 Jahre multipliziert mit der Anzahl auffallender LL-Kinder (aus Dokumentation) abzüglich Deadweight = 81%
€ 97.083 (jeweils für Stadt Wien, Bund, Sozialversicherung)
Interviews bzw. Fokusgruppen-Interviews mit 31 Schüler:innen, 5 Eltern, 3 Geschwistern, 5 Mitarbeiter:innen, 4 Lehrkräften, 1 Schulsozialarbeiter:in
Der Analysezeitraum umfasst das Schuljahr 2022/2023 inkl. der Sommerferien 2022