Kurzfristig (< 1 Jahr)
Mikro (Individuum)
Sozial

Verbesserung der Konfliktlösungskompetenz der Eltern

persönliche Entwicklung / Erwerb von sozialen und personalen Kompetenzen

Die Eltern werden darin unterstützt, Handlungsoptionen zu entwickeln, um die konfliktträchtige Gesamtsituation im Alltag zu entlasten. Hierzu zählt beispielsweise, nach Möglichkeiten für die eigene Erholung zu suchen oder die Kinder stärker von familiären Pflichten zu entlasten. Vor dem Hintergrund von kleinen, oftmals handlungspraktischen Veränderungen der Rahmenbedingungen verbessert sich auch die Konfliktlösungskompetenz der Eltern.

Beschreibung der Aktivität

Gendersensible Jugendarbeit
TESYA®-Antigewalttrainings im Einzelsetting („Training, Empowerment, Support for Youth and Adults“)
systemisch-lösungsorientierte Trainings sind für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene konzipiert und beziehen Eltern oder andere zentrale Bezugspersonen in den Beratungsprozess ein. Die Abkürzung TESYA steht dabei für „Training, Empowerment, Support for Youth and Adults“. TESYA®-Trainings werden in unterschiedlichen institutionellen Kontexten als Gruppen- oder Einzelmaßnahmen umgesetzt. Die vorliegende Evaluation nimmt ausschließlich TESYA®-Einzeltrainings in den Blick. Diese Grundausrichtung des Konzepts wird durch eine geschlechterreflektierte Vorgehensweise und eine intersektionale Perspektive auf weitere soziale Kategorien ergänzt. Im Rahmen der Trainings ist demnach eine „kritische Auseinandersetzung mit normativen Geschlechterbildern im Hinblick auf eine Erweiterung von Selbstentwürfen und Handlungsspielräumen als Jungen und Mädchen, Männer und Frauen [als] ein wichtiger Baustein in der ressourcenorientierten gewaltpräventiven Arbeit“ vorgesehen (Institut für genderreflektierte Gewaltprävention gGmbH 2015b).
Deutschland
67 Fachleistungsstunden (Trainings nach KJHG), 35 Fachleistungsstunden (nach JGG)
Zielgruppe des Trainings nach KJHG 12- bis 18-Jährige, in Einzelfällen Kinder ab zehn Jahren, nach JGG 14-bis unter 21-Jährige, in Einzelfällen bis unter 27-Jährige
Familienangehörige bzw. andere Bezugspersonen

Evaluierung der Aktivität

Die vorliegende Evaluation der TESYA®-Antigewalttrainings ist als ExpertInnenbewertung der mit dem Training vertrauten Mitarbeitenden der Jugendämter angelegt. Zusätzlich werden Teilnehmende, Eltern und Trainer/innen exemplarisch zu ihren Erfahrungen mit den Trainings befragt. Erhobene Daten: Dokumentenanalyse der Trainingskonzepte, Zielexplikation im Rahmen eines Workshops mit den hauptberuflichen Trainer/innen des ifgg, qualitative Interviews mit einer Mitarbeiterin eines Regionalen Sozialen Dienstes und einer Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe in Berlin, halboffener Fragebogen an alle Mitarbeitenden der Jugendgerichtshilfen und der Jugendämter Berlins, die im Zeitraum von 2013 bis 2015 Teilnehmende an das ifgg weitergeleitet haben, qualitative Interviews mit zwei Teilnehmern und drei Teilnehmerinnen des Trainings sowie einem Elternteil, qualitative Interviews mit einem Trainer sowie mit zwei Trainerinnen, die mit den jeweiligen Jugendlichen bzw. Heranwachsenden gearbeitet haben.
Wirksamkeit: Verfügen die Jugendlichen über erweiterte Handlungskompetenzen in schwierigen und als bedrohlich erlebten Situationen?; Kennen sie gewaltfreie Handlungsoptionen für diese Situationen?; Können sie aggressive Impulse besser steuern?; Übernehmen sie in stärkerem Maße Verantwortung für ihr eigenes Handeln?; Können sie konkrete Lebensziele formulieren und setzen erste Schritte dazu um?; Inwiefern gelingt es Eltern, ihre Rolle in der Familie zu reflektieren und Konflikte konstruktiver zu lösen? Wirkfaktoren: Welche Aspekte des Trainingsprogramms tragen in besonderer Weise zur Wirksamkeit des Trainings bei?; Welche anderen Aspekte im Leben der Teilnehmer/innen tragen – aus ihrer Perspektive – zum Erreichen bzw. Nichterreichender Trainingsziele bei?; Wie macht sich die ressourcenorientierte, systemische Perspektive aus Sicht der Teilnehmenden bemerkbar?
4 = sehr gut, 5 = sehr schlecht