Langfristig (> 5 Jahre)
Mikro (Individuum)
Politisch

nachhaltige Stärkung des politischen und sozialen Interesses und Beteiligung

politische Kompetenzen und Partizipation

Sie haben ein stärkeres politisches Interesse und beteiligen sich häufiger an politischen und sozialen Aktivitäten. Somit ist freiwilliges Engagement Heranwachsender eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft. Ehemals engagierte Erwachsene verfügen zum Beispiel über mehr soziale Kontakte. Einen „sehr großen Freundes- und Bekanntenkreis“ nennen 33 Prozent der Engagierten und nur 23 Prozent der Nicht-Engagierten ihr eigen. Ähnlich ist das Verhältnis mit 24 zu 17 Prozent bei der Frage nach einer „starken Verbundenheit mit einer Religionsgemeinschaft“. In ihrer Jugend freiwillig Engagierte haben sich später häufiger an politischen und sozialen Aktivitäten beteiligt als Nicht-Engagierte. Sie sind z.B. doppelt so oft Mitglied einer politischen Partei und eher zu Geldspenden bereit als Nicht-Engagierte.

Beschreibung der Aktivität

Maßnahmen zu informellem Lernen
maßnahmenübergreifend
informelles Lernen durch freiwilliges Engagement im Jugendalter, Lernpotenziale und (nachhaltige) Effekte des freiwilligen Engagements, Aufzeigen in Jugendverbänden, in Initiativen sowie in der politischen Interessenvertretung/ Schülervertretung
Deutschland
Einzelinterviews: Alter zwischen 15 und 22 Jahren standardisierte Erhebung: Erwachsene zwischen 25 und 40 Jahren
teilnehmende Kinder und Jugendliche
freiwillig engagierte Jugendliche

Evaluierung der Aktivität

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Informelle Lernprozesse im Jugendalter in Settings des freiwilligen Engagements“ wurde von 2003 bis 2007 im Forschungsverbund DJI/TU Dortmund eine empirische Studie zu den Lernpotenzialen des freiwilligen Engagements durchgeführt. Bei der qualitativen Erhebung wurden mittels leitfadengestützter Einzelinterviews 74 engagierte Jugendliche im Alter zwischen 15 und 22 Jahren sowie 13 ehemals engagierte Erwachsene aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen zu ihren (Lern-)Erfahrungen in drei unterschiedlichen Settings des freiwilligen Engagements befragt: in Jugendverbänden, in Initiativen sowie in der politischen Interessenvertretung/ Schülervertretung. Die standardisierte Erhebung wurde als retrospektive Vergleichsbefragung angelegt: Auf der Basis einer repräsentativen Stichprobe wurden 1.500 ehemals ehrenamtlich engagierte Erwachsene zwischen 25 und 40 Jahren per Telefoninterview zu ausgewählten Tätigkeiten und Kompetenzen, den Orten des Kompetenzerwerbs sowie zu ihrer gesellschaftlichen Beteiligung befragt. Als Vergleichsgruppe wurden 552 Erwachsene der gleichen Alterskohorte befragt, die in ihrer Jugend nicht ehrenamtlich engagiert waren.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich gesellschftlich oder politisch einzusetzen. Sagen Sie mir doch bitte, welche in den letzten 5 Jahren auf Sie zutreffen!
Beteiligung an politischen Aktionen wie Besetzung oder Blockaden; Übernahme eines politischen Amtes; Mitgliedschaft in einer Partei; Mitarbeit in einer Bürgerinitiative; Eingaben an die Politik oder Verwaltung; Lesebriefe schreiben; Mitarbeit in einem Betriebsrat o.a. Interessensvertretung; Beteiligung an Demonstrationen; Beteiligung an Aktionen zum Natur- und Katastrophenschutz; Hilfeleistung für Obdachlose, AsylbewerberInnen oder Menschen mit Behinderung; Beteiligung an Unterschriftenaktionen; Geldspenden an Parteien, Initiativen, gemeinnützige Organisationen
Einzelinterviews: 74 Befragte standardisierte Erhebung: 1500 ehemals ehrenamtlich engagierte Erwachsene, 552 Erwachsene in der Verleichsgruppe
2003-2007